Geschichte
Bereits am 18./19.1.1947, also kurz nach dem Ende des II. Weltkrieges, fand in der „Eutritzscher Halle“ in der Wittenberger Straße das „1. Leipziger Hallen-Hockeyturnier“ statt, an dem bereits wieder 12 Herrenmannschaften teilnahmen. Im Endspiel war Schleußig mit 2:1 gegen Zentrum Süd erfolgreich.
Im Jahr 1957 fand in der Messehalle III ein „Nationales Hallenhockey-Städteturnier“ statt. Im Entscheidungsspiel um den Turniersieg schlug Nürnberg mit 2:1 die Mannschaft aus Darmstadt. Auf den weiteren Plätzen Berlin, Leipzig I, Leipzig II, Meerane, Magdeburg und Dresden. Im Veranstaltungsprogramm hieß es: „Diese Städtevergleiche sollen mithelfen, die sportlichen Beziehungen zu vertiefen und das Verständnis für die Notwendigkeit einer nationalen Wiedergeburt Deutschlands als ein einheitlicher Staat zu finden.“
Zwei Jahre später, am 19./20.12.1959, wurde um den „Pokal der Leipziger Volkszeitung“ gespielt. Im Endspiel war Leipzig mit 2:1 gegen Karl-Marx-Stadt erfolgreich.
Ein großes internationales Turnier im Hallenhockey sollte im Jahr 1979 stattfinden und wurde von den Leipziger Funktionären sorgfältig vorbereitet. Leider fiel diese Veranstaltung dann einem Kälteeinbruch zum Opfer. Der Wetterbericht vom 5.1.1979 lautete: „Tagestemperaturen um minus 12 Grad – nachts bis minus 19 Grad – weitere Aussichten: vorübergehend Frostverschärfung“; die Theater, Kinos, Museen und Hallenbäder blieben geschlossen, sämtliche Sportwettkämpfe wurden abgesagt.
Im Folgejahr kam es am 5./6.1. dann aber zum „1. Internationalen Städteturnier“ im Hallenhockey in der Messehalle 7. Spannende Spiele, mehr als 1000 Zuschauer, Berichterstattung im Fernsehen
– damals wir heute leider eine Seltenheit – ließen diese Veranstaltung zu einem Erfolg werden. Am Ende siegte der DDR-Meister Osternienburg vor Leipzig, Cottbus, Katowice, Prag, Berlin und Budapest.
Auch beim „2. Städteturnier“ im Januar 1981 war das Fernsehen dabei und übertrug das Endspiel, in dem Osternienburg die Leipziger Auswahl mit 7:4 schlagen konnte. Auf den weiteren Plätzen Prag, Katowice, Halle, Poznan, Berlin und Budapest.
7:4 war auch das Endspielergebnis im Januar 1982, als es beim „3. Städteturnier“ wieder einen Osternienburger Sieg gab.
Beim „4. Städteturnier“ am 8./9.1.1983 hatten sich die Leipziger Spieler und ihr Trainer Adi Krause viel vorgenommen, im Endspiel führten sie 4:0, Halbzeitstand 4:2, aber am Ende gab es wiederum einen 7:4-Sieg für Osternienburg.
Endlich bei der fünften Auflage des Turniers im Jahr 1984 gelang dann Leipzig mit 8:5 (5:5, 2:3) in der Verlängerung ein Sieg über die Osternienburger Konkurrenz. Katowice, eine DHSV-Nachwuchsauswahl, Berlin, Bratislava, Prag und Budapest auf den weiteren Plätzen.
Das „6. Städteturnier“ am 12./13.1.1985 konnte erneut das Team aus Osternienburg gewinnen – das im entscheidenden Spiel Leipzig mit 7:5 schlug. Die weitere Reihenfolge war Prag, DHSV-Nachwuchs, Poznan, Berlin und Budapest.
Endlich im Jahr 1986 gab es wieder einen Turniersieg für die Leipziger Auswahl, Osternienburg wurde mit 10:8 nach Verlängerung bezwungen.
Das „8. Städteturnier“ im Januar 1987wurde in der Sporthalle Brüderstraße ausgetragen, da in der Messehalle 7 ein Europapokalspiel im Hallenhandball stattfand. Die 7 teilnehmenden Mannschaften spielten „jeder gegen jeden“ und die Rangfolge am Ende lautete Osternienburg, Poznan, Leipzig, Katowice, Prag, DHSV-Nachwuchs und Budapest.
Auch 1988 wurde das Hockeyjahr mit dem Städteturnier eröffnet und erstmals siegte eine ausländische Mannschaft: die polnische Nationalmannschaft, die sich auf die 5. Europameisterschaft in Wien vorbereitete (wo sie dann Platz 5 belegte) trat als Katowice an und konnte Osternienburg, Leipzig, Prag, den DHSV-Nachwuchs und Budapest auf die Plätze verweisen. Im Rahmen des Turnier fanden auch zwei Länderspiele der Damen statt: DDR – Polen 9:6 und 6:7.
Am „10. Städteturnier“ am 7./8.1.1989 nahm erstmals auch eine Auswahl von Moskau teil, die am Ende Platz 4 belegte. Das Endspiel brachte das „bekannte“ Ergebnis – Osternienburg siegt gegen Leipzig, diesmal mit 5:3. Erneut wurden zwei Damenländerspiele in das Programm eingefügt – die Spiele DDR – ČSSR enden 7:1 und 7:4.
Bei der Organisation dieser Hallenturniere wurden die Leipziger Hockeyfunktionäre von der Stadt Leipzig stets sehr gut unterstützt. Die ausländischen Teilnehmer kamen aus den „sozialistischen Ländern“, andere Gegner waren nach dem „Leistungssportbeschluss“ für die Hockeymannschaften der DDR nicht erlaubt; aber diese Hockeyfreunde kamen gern und mit ihnen verband uns eine langjährige Freundschaft. Die Ergebnisse dieser Turniere machen auch eine Besonderheit des DDR-Hockeysports deutlich: die Dominanz der Aktiven aus Osternienburg. Mannschaften aus der kleinen, aber ungemein hockeybegeisterten Gemeinde aus Sachsen-Anhalt waren im Hockey in der Halle, aber auch auf dem Feld überaus erfolgreich.
Nach den politischen Änderungen waren dann am „11. Städteturnier“ am 6./7.1.1990 erstmals auch Mannschaften des DHB beteiligt. Aus Leipzigs Partnerstadt kam der HC Hannover (am Ende Platz 6), aus Berlin der BSC (Platz 7). Der Sieg bei diesem Turnier ging an Poznan. Auf den folgenden Plätzen die Teams aus Osternienburg, Halle und Leipzig – in denen die DDR-Auswahlspieler vereinigt waren, die sich auf die Qualifikation für die Feldhockey-EM 1991 gegen Belgien vorbereiteten.
Großen Dank an Dr. Günther Conradi (HCLG) für diesen Text!
Die Bilder stammen von Johannes Hänel (Leipzig) und Thomas Härtrich (Leipzig).
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